Wie schütze ich mein Kind vor Cyber-Grooming (sexuelle Belästigung im Netz)?

Der “Fall Paul” geht zurzeit durch alle Medien. Der 12-jährige Junge aus dem Kanton Solothurn hat via Game-Chat seinen zukünftigen Entführer kennengelernt und sich mit ihm verabredet. Diese Geschichte macht jetzt etlichen Eltern bewusst, dass in der virtuellen Welt des Internets reale Gefahren bestehen.

Im Falle von Cyber-Grooming handelt es sich um sexuelle Belästigung, bei der sich erwachsene Menschen als Jugendliche ausgeben. Sie verstecken sich hinter einer Scheinidentität, um so besser das Vertrauen der jungen Chatpartner zu erschleichen. Ist ihnen dies gelungen, beginnen sie, die Kinder oder Jugendlichen anzüglich zu belästigen und schlussendlich ihre Abhängigkeit auszunutzen, um sie zu nötigen, ihnen intime Bilder zu schicken oder sie beim Cybersex zu beobachten. Nicht selten haben die Täter dabei zum Ziel, ihre Opfer auch im realen Leben zu treffen.

Wie schütze ich mein Kind vor solchem Cyber-Grooming? Allgemein gilt: Ich interessiere mich für alles, was mein Kind tut, z.B. Schule, Fussball, Freunde … Warum also nicht auch für seine Aktivitäten im Netz? Wobei das Zauberwort “begleiten” heisst, nicht “überwachen”. Also spreche ich mit meinem Kind über seine Erfahrungen im Netz, lasse mir als Unerfahrene zeigen, wie das so funktioniert mit Chatten, Fotos hochladen, Spielen usw. Und falls ich nicht sicher bin, wie oder was ich zum Thema Cyber-Grooming sagen soll, dann finde ich auf der Webseite von handysektor.de* eine ausgezeichnete Hilfe. Dort war nämlich Cyber-Grooming das Monatsthema im Mai, mit Erklärungen, anschaulichen Beispielen und hilfreichen Tipps direkt für die Kinder oder Jugendlichen:

In “Ertappt – So durchschaust du Cyber-Grooming” erhalten die Kinder (und ihre Eltern) anhand von konkreten Chatbeispielen Hinweise, wie sie typische Strategien des Cyber-Groomings erkennen. Z.B. hat der Chatpartner auffallend viele gleiche Interessen, möchte schnell in private Chats wechseln, will persönliche Dinge wie Adresse erfahren und Kontakt auf anderen Wegen (Skype, Facebook, Handy, …) aufnehmen.

In “Was tun gegen Cyber-Grooming” finden sich klar formulierte Ratschläge im Abschnitt “So haben die Täter keine Chance bei dir!”, oder falls es doch schon zu unangenehmen Situationen gekommen ist, im Abschnitt “Mittendrin? Raus aus dem Cyber-Grooming!” Zu Recht wird auch immer wieder betont, dass sich die Opfer nicht schämen oder rechtfertigen müssen; sie können nichts für die Absichten des Täters.

* handysektor.de ist ein Angebot von LfM (Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen) und mpfs (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) in Kooperation mit klicksafe.de.

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