Richtig kontern gegen Hassreden im Netz

In der Schweiz konnte man in letzter Zeit immer wieder über die ehemalige Zuger Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin lesen und über die Flut von Hasskommentaren aus dem Internet, die nach jedem Medienbericht über sie hinwegfegte. Schliesslich begann sie sich zu wehren: Sie hat rund 30 Klagen eingereicht, meist wegen Ehrverletzung.

Es ist sehr wichtig, nicht zu schweigen, wenn man im Netz auf Hassreden trifft, sondern im Gegenteil Widerspruch zu erheben. Ansonsten steigert sich die Häme noch weiter. Bei Hassreden (aus dem Englischen “hate speech”) handelt es sich um Kommentare im Internet, in denen andere Menschen aufs Gröbste abgewertet, beschimpft oder gar bedroht werden. Meistens sind die Opfer solcher Hasstiraden Frauen, Ausländer, Menschen auf der Flucht oder mit einer Behinderung. So schön die Freiheit im Internet ist und die Tatsache, dass jedermann mitmachen kann, so sehr muss leider auch damit gerechnet werden, dass sich dort auch die weniger schönen Seiten der Menschheit zeigen, und dies in einem erschreckenden Ausmass.

Der Europarat hat darum die Kampagne “No Hatespeech Movement” ins Leben gerufen. Auf einer Webseite wendet er sich direkt an die Bevölkerung und gibt Tipps, wie wir gegen Pöbler und Hetzer kontern können. Dabei wird klar gesagt, dass sich niemand solche Hassreden gefallen lassen muss, auch nicht mit dem Hinweis auf Meinungsfreiheit. Natürlich darf jede/r seine Meinung äussern, doch das geht auch, ohne die Rechte anderer zu verletzen. “No Hatespeech Movement” ruft dazu auf, den Hetzern zu widersprechen, mit dem Slogan “Hass ist keine Meinung. Nicht mal im Internet.” Und man solle dies “laut und freundlich” tun.

Stosse ich im Netz auf Hassreden (ob als persönlich Betroffene oder nicht), stellt sich mir die Frage: Wie widerspreche ich am besten? Argumentieren bringt nichts, denn gegen Emotionen helfen keine Fakten.

grandma_finds_the_internet_1Eine wirkungsvolle Waffe ist hingegen der Humor. Da aber nicht jede/r gleich mit coolen Sprüchen oder witzigen Ideen auftrumpfen kann, hilft auch hier die Webseite von “No Hatespeech Movement” weiter: Unter der Rubrik “Kontern” bietet sie eine grosse Auswahl an Sprüchen, Memes, Bilder, Videos. Um zum Beispiel auf rechtsextreme Hasskommentare zu reagieren, könnte man z.B. mit dem Titelbild dieses Posts  oder aber mit diesem Bild antworten:

 

Es gibt auch eine ganze Serie von witzigen Videos, in denen eine altmodisch gekleidete Beamtin vom “Bundestrollamt für gegen digitalen Hass” für Respekt im Netz wirbt:

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In jedem Video ist auch ein kurzer Clip zu sehen, in denen reale Personen Hass-Posts vorlesen, die sie erhalten haben. Die “Beamtin” kommentiert dann diese Posts und ruft schliesslich zum Widerspruch auf, “laut und freundlich”.

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      https://youtu.be/9GZoD3WIcas

 

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